Geschichte

Afghanistan-Bollwerk vor den Toren Indiens

Der Name Afghanistan für das Bergland am Hindukusch ist relativ neu und wurde erst im 18. Jahrhundert eingeführt.
In der Antike hieß das Land "Ariana", im islamischen Mittelalter "Chorasan".

Die Nomaden begannen um 1500 v.Chr. mit der Besiedlung des afghanischen Berglandes und gaben ihrer neuen Heimat den Namen "Ariana".
 


Die Nachfolger Alexanders des Großen errichteten um 250 v.Chr. das unabhängige graeco-baktrische Königreich, das 120 Jahre später von den Skythen überrannt wurde.
Die Skythen ihrerseits wurde von Eroberern aus dem Nordosten, den Yüe-tschi, verdrängt. Dieses Steppenvolk war es, das mit Hilfe der vorgefundenen griechischen Verwaltung das mächtige Kushanenreich errichtete. 

Alte Festung aus der Zeit Alexander des Großen Osten
 Afghanistans bei Herat
Zur Zeit der ersten moslemischen Vorstöße nach Afghanistan im 7. Jahrhundert n. Chr. war dort der Buddhismus die vorherrschende Religion, bis er ein Jahrhundert später vom Islam abgelöst wurde. 
Im 13. Jahrhundert eroberten die Mongolen das Land, das in der Folgezeit unter der Herrschaft verschiedener  mongolischer Reiche blieb. Die haben die meisten damalige Städte in schaut and Asche gelegt

In der Moschee von Mazar-i-Sharif im Norden Afghanistan
soll der Schwiegersohn Ali vom  Prophet Mohammed begraben sein
Seit Beginn des 16. Jahrhundert regierten dann die persischen Safawiden den Westen des Landes, während der Osten weiterhin zwischen Persien und dem Mogulreich umkämpft bliebt.
Stadt Bameyan im Zentrum Afghanistan, wo der größte
Buddha stand. 
   

 

Erst im 18. Jahrhundert erfolgte unter der Führung von Ahmed Schah Durrani die Nationalstaatlichkeit. Er einigte die Stämme des Landes und gründete die Dynastie der Durrani, die bis 1973 an der Macht blieb. Im 19. Jahrhundert wurde Afghanistan zum Puffersaat zwischen dem britischen Empire und dem zaristischen Russland. 
Mehrmals wurde  Afghanistan von den Briten besetzt und als britisches Protektorat sogar 1893 geteilt: Das südliche Gebiet kam zur indischen Kronkolonie. 
1921 erlangte das afghanische Königreich seine Unabhängigkeit durch Amannulla Khan .

 

 

1973 stürzte Mohammed Daud Kahn die Monarchie, rief die Republik aus und ernannte sich als Präsident mit diktatorischer Vollmacht. 1978 putschten die Kommunisten unter Führung Noor Mohammad Taraki.

Gegen ihren Versuch, binnen kurzer Zeit die Stammesgesellschaft Afghanistan in einen modernen zentralistischen Staat umzuwandeln, erhob sich regionaler Widerstand der verschiedenen Stämme, der bald zu einer mächtigen, bewaffneten Rebellion anwuchs. Mit dem Eingreifen der Sowjetunion auf Seiten der Regierung 1979 wandelte sich der Bürgerkrieg zum vom Ausland finanziell unterstützten Freiheitskampf  gegen die Besatzungsmacht.
 
Anfang 1989 zog sich die Sowjetunion aus Afghanistan zurück. Die Kämpfe zwischen den Mudjahedin, übersetzt "Gottessreiter", und der Regierung halten  unvermindert an.1992 gelang dem Widerstand der Sturz des Najibullah-Regimes. Neuer Staatspräsident wurde Professor Burhanudin Rabbani. Der Krieg hat das Land sehr in Mitleidenschaft gezogen. Nur wenige Städte und Dörfer blieben verschont.
Quelle: Länder Lexikon.

stolzer Mujahed in den 80-er Jahre

Blutige Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Mudjahedin-Gruppierungen verhinderten eine politische Stabilisierung. Vor allem wurde durch Gulbudin HikmatJar, Führer
der Hizbi Islami-Gulbuddin  (Islamische Partei), ein großer Teil von Kabul  zerstört.
Die radikalislamischen Taliban, die durch Pakistan und andere Länder unterstützt wurden,  griffen im Jahre 1994 in den afghanischen Bürgerkrieg ein und brachten den größten Teil des Landes unter ihre Kontrolle.

Nach der Eroberung die afghanischen Hauptstadt Kabul im Jahre 1996, haben die Taliban Milizen  den früheren kommunistischen Präsidenten Dr. Mohammed Nadschibullah aus dem UNO Hauptquartier, in dem er seit 1992 Schutz gefunden hatte, verschleppt und öffentlich erhängt. 

Die schreckliche Taliban Zeit: wer gestohlen hat, dem wurde sein Handabgehackt 

Der Staatspräsident Professor Burhanudin Rabbani und der Verteidigungsminister Amad Shah Massud (bekannt als 'Löwe des Panjshirtal') haben sich aus Kabul zurückgezogen. Die sie unterstützenden Milizen konnten sich im Nordosten und anderen Gebieten Afghanistans gegen die Taliban behaupten.

Der Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar ließ sich zum Beherrscher der Gläubigen ausrufen. Sie proklamierten einen streng islamischen Gottesstaat (Islamisches Emirat Afghanistan) und führten die Scharia ein.

 Es gelang dem Regime jedoch nicht, eine funktionierende staatliche Verwaltung zu etablieren. Außenpolitisch blieben die Taliban isoliert. 

Die Zerstörung von Kulturgütern (Buddha) aus vorislamischer Zeit rief Anfang März 2001 internationale Proteste hervor.

Die fortdauernde Duldung des islamischen Extremisten Usama Bin Ladin im Herrschaftsbereich der Taliban führte zum Konflikt mit den USA. 

Nach den Terroranschlägen im September 2001 auf New York und Washington begannen die USA - in Zusammenarbeit mit anderen Staaten - mit der Bombardierung Afghanistans. Für die Anschläge machten die USA Bin Ladin und dessen Terrornetzwerk Al Qaida verantwortlich.  

Nach nur wenigen Monaten Krieg wurde mit Hilfe der Vereinigten Front (Nordallianz) die bisherige Taliban-Regierung gestürzt und ein vorläufiges Regierungssystem installiert. Bin Laden allerdings wurde noch nicht gefasst

Unter Leitung der Vereinten Nationen fand im Dezember 2001 auf dem Petersberg bei Bonn die Afghanistan-Sicherheitskonferenz statt. Die Delegierten beschlossen die Bildung einer Übergangsregierung für 1,5 Jahre, deren Führung Hamid Kazai übernehmen sollte. Am 22.12.2001 wurde diese neue Regierung in Kabul vereidigt. Im Juni 2002 wurde Kazai durch die Delegierten der Großen Ratsversammlung (Loya Jirga) erneut zum Staatsoberhaupt von Afghanistan gewählt.


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